GM Karsten Müller umreißt in seinem 16-minütigen Einleitungsvideo die Schwerpunkte dieser DVD und stellt mit Carlsens Erstrundensieg über Leko aus Nanjing und Bacrots starker Neuerung im populären Anti-Meraner gegen Aronian zwei Starpartien dieser Ausgabe vor. Zudem skizziert er mit Caro-Kann mit 3.f3 und einem kompakten Schwarzrepertoire gegen die Französische Tarrasch-Variante zwei der insgesamt 12 Eröffnungsbeiträge dieser Ausgabe. Klicken Sie hier oder auf das Videobild links und lassen Sie sich von Karsten Müller auf das CBM 133 einstimmen!
Vladimir Kramnik: zurück zu alter Klasse
Abgesehen von Topalov war beim Saison-Höhepunkt des Jahres in Moskau mit Carlsen, Anand, Kramnik, Aronian, Ivanchuk die komplette absolute Weltspitze am Start. Dazu gesellten sich Gelfand, Leko, Svidler, Morozevich und Ponomariov. Nach Carlsens Triumph in China wurde mit Spannung erwartet, ob der Norweger seinen Durchmarsch in Moskau würde fortsetzen können. Doch Kramnik ließ bereits in der ersten Runde gegen den Norweger durchblicken, dass er voller Ideen und Tatendrang steckte. Nach seinem Drittrundensieg über Morozevich zeigte er Svidler in Runde 4 in dessen Spezialeröffnung Grünfeld-Indisch die Grenzen auf. Zwei Runden später gelang Kramnik gegen Ponomariov erneut ein überzeugender Weißsieg und damit so etwas wie die Vorentscheidung über den Turniersieg. Alle Partien vom Tal-Memorial sowie einen Turnierbericht finden Sie hier oder über "Tal-Memorial" in der linken Spalte.
Carlsen,M - Ponomariov,R Stellung nach 19.Sfxe6
Kramnik,V - Anand,V Stellung vor 18...Lxf3
Magnus ist der Größte
Manchmal sagen Zahlen einfach mehr als Worte. Mit 8 aus 10, einer Elo-Performance von 3002, 5 aus 5 mit den weißen Steinen, ohne Niederlage und mit 2,5 Punkten Vorsprung feierte Magnus Carlsen seinen ersten Turniersieg des Jahres. Ein Triumphzug für den in rotem Wolkenbrokat gekleideten jungen Norweger in der einstigen chinesischen Kaiserstadt Nanjing. Auf der DVD kommentiert Carlsen seinen Erstrundensieg gegen Peter Leko, den er mit einer Waffe seines neuen Trainers, Garry Kasparov, erkämpfte.
Carlsen,M - Leko,P Stellung nach 15.d5
Radjabov,T - Topalov,V Stellung nach 21...Dxd6
Erster EM-Sieg: Aserbaidschan
Geographisch liegt Aserbaidschan am Westufer des Kaspischen Meeres und damit am äußersten Rand Europas. Schachlich ist das Land spätestens durch den Sieg bei der EM in Novi Sad mitten in Europa angekommen. Während Radjabov an Brett eins eine leichte Formkrise durchmachte, gehörten Gashimov, Mamedyarov und Mamedov gemessen an der ELO-Performance zu den besten sechs Spielern der EM. Vugar Gashimov hat zwei seiner Partien für dieses CBM kommentiert, unter anderem den alles entscheidenden Sieg gegen Stellwagen in der Schlussrunde.
Gashimov,V - Roiz,M Stellung nach 25.c5
Gashimov,V - Stellwagen,D Stellung nach 36.g4
Eljanov: Höhenflug nach Hochzeit
Navara,D - Eljanov,P Stellung nach 19...Sb8
Europas neue Nr. 1: Economist Saratov
Sieben Runden, sieben Siege - mit dieser souveränen Bilanz gewann die Mannschaft von Economist Saratov den Europacup in Ohrid. Das russische Team mit Alekseev, Eljanov, Ni Hua, Bu Xiangzhi, Moiseenko u.a. bewies bis zum Schluss gute Nerven und sicherte sich die Goldmedaille in der letzten Runde durch einen knappen 3,5:2,5-Sieg gegen Ashdod Illit aus Israel. Top-Scorer der Siegermannschaft waren Alexander Moiseenko und - einmal mehr - Pavel Eljanov.
Eljanov,P - Giri,A Stellung nach 11...f5
Eljanov,P - Akopian,V Stellung nach 18.Ta2
Timofeev,A - Volokitin,A Stellung nach 14.Se5
Andrei Volokitin: Holländisch ist ok!
Die Eröffnungsfalle: 11...Dc7 war ein Fehler, warum?
Training im ChessBase Magazin beginnt mit den allerersten Zügen und umfasst alle Phasen einer Schachpartie. Die aktuellen 12 Eröffnungsartikel mit vielen Ideen und Anregungen für Ihr Repertoire finden Sie hier oder oben bei den Links. Seine Eröffnungsfallen - gleich vier Stück - hat Rainer Knaak diesmal ausschließlich beim Europa-Pokal rekrutiert. Für Drachen-Fans sind aber vor allem zwei Beiträge im Video-Format von Interesse: Leonid Kritz hat eine Untervariante des Hauptabspiels mit 9.Lc4 untersucht und Dorian Rogozenco widmet sich der Zugfolge 9.0-0-0 d5. Diese und weitere Videos finden Sie in der Rubrik Fritztrainer. Peter Wells beleuchtet in seiner Strategie-Kolumne das Thema 'Königssicherheit in vereinfachten Stellungen'. In Daniel Kings Dauerbrenner Move by Move steht eine lehrreiche Partie vom Europa-Pokal auf dem Trainingsplan. Und in den Rubriken Taktik und Endspiel haben Oliver Reeh und Karsten Müller wieder das Beste aus der aktuellen Turnierpraxis für Sie zusammengestellt.
Eröffnungs-Übersichten
Marin: Aljechin-Verteidigung B04
1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.d4 d6 4.Sf3 g6 5.Lc4 Sb6 6.Lb3 Lg7
Diesmal werden die Alternativen zu 7.Sg5 untersucht: vor allem 7.De2 und 7.a4. Schwarz besitzt jedoch verschiedene Ideen - u.a. Druck auf e5 und Abtausch des Lb3 mittels Sc6-a5 -, die Weiß nicht alle verhindern kann.
Erenburg: Caro-Kann B12
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e6 4.Sc3 Lb4 5.Lf4
Der Name Fantasy-Variante für den Zug 3.f3 ist ein wenig irreführend, denn damit beginnt ein respektables Eröffnungs-System, in dem sich Schwarz mit genauen Zügen um Ausgleich bemühen muss.
Kuzmin: Sizilianisch B80
1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Le3 e6 7.f3 h5
Das gegen g2-g4 gerichtete 7...h5 besitzt viele Vorzüge, der Nachteil - Schwächung des Königsflügels - macht sich dagegen nur auf lange Sicht bemerkbar. Kuzmin zeigt u.a. die gefährlichste Variante (9.Lc4) und wie Schwarz sie bekämpfen kann.
Berg: Sizilianisch B97
1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5 e6 7.f4 Db6 8.Dd3
8.Dd3 in der Bauernraubvariante bietet gegenüber 8.Dd2 ein paar Vorteile. Diese werden in Bergs Beitrag gut herausgearbeitet. Noch ist unklar, ob es auch Nachteile gibt und die beste Behandlungsweise für Schwarz liegt deshalb noch im Dunkeln.
Moskalenko: Französisch C05
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sd2 Sf6 4.e5 Sfd7
Der Autor präsentiert ein kompaktes Repertoire gegen die Tarrasch-Variante auf Basis von 3...Sf6. Dabei zeigt er die wichtigsten Varianten und Ideen in nur 5 Partien.
Kritz: Französisch C18
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4 4.e5 c5 5.a3 La5 6.b4 cxd4 7.Dg4
Die Variante mit 7.Dg4 ist weitaus ehrgeiziger als das in CBM 132 behandelte 7.Sb5. Wie der Autor belegt ist Schwarz in großen Schwierigkeiten und es sind auch keine aussichtsreichen Alternativen in Sicht.
Skembris: Russisch C42
1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.Sxe5 d6 4.Sf3 Sxe4 5.d4 d5 6.Ld3 Sd6!? 7.0-0 Le7
Mit dem Zug 6...Sd6!? kann man den umfangreichen Theorievarianten aus dem Wege gehen, so wird Russisch auch für Vereinsspieler interessant. Bis zum völligen Ausgleich muss Schwarz aber noch ein paar genaue Züge finden.
Stohl: Schottisch C45
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 4.Sxd4 Lc5 5.Le3 Df6 6.c3 Sge7 7.Lc4 Se5 8.Le2 Dg6 9.0-0 d6 10.f4
Magnus Carlsen hat das Bauernopfer 10.f4 gegen Leko angewendet und einen eindrucksvollen Sieg errungen, Grund genug für Igor Stohl um diese Variante unter die Lupe zu nehmen. Sein Fazit: Bei bestem Spiel kann Schwarz ausgleichen.
Marin: Spanisch C66
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 d6 4.d4 Ld7 5.0-0 Sf6 6.Sc3
Mit 6...Le7 lässt Schwarz 7.Lxc6 zu, aber gleich 6...exd4 hat auch Nachteile. Mihail Marin untersucht beide Varianten äußerst gründlich und wägt Vor- bzw. Nachteile ab. Für gut spielbar hält er beides.
Karolyi: Angenommenes Damengambit D20
1.d4 d5 2.c4 dxc4 3.e4 c5 4.Sf3 cxd4
Nach 4.d5 in CBM 132 untersucht Tibor Karolyi nun 4.Sf3; Weiß hofft, dass sein Entwicklungsvorsprung im Endspiel nach 4...cxd4 5.Dxd4 Dxd4 6.Sxd4 Ld7 7.Lxc4 Vorteil bringt. Doch die Analysen zeigen, dass Schwarz ohne große Mühe ausgleicht.
Langrock: Damenindisch E12
1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 b6 4.a3 Lb7 5.Sc3 g6
Im abschließenden Teil werden von Hannes Langrock die kritischen Fortsetzungen 6.Dc2 und 6.Lg5 einer gründlichen Analyse unterzogen. Die Untersuchungen belegen, dass Schwarz beide Züge nicht fürchten muss.
Krasenkow: Königsindisch E90
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.h3 e5 7.d5
In Teil 2 (von 3 insgesamt) werden von Michal Krasenkow alle Fortsetzungen nach 7.d5 untersucht, außer 7...a5. Wie es aussieht, kann Weiß sowohl nach 7...Sh5 als auch nach 7...Sa6 in Vorteil kommen.