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ChessBase Magazin 122

Drei Topturniere und der Tod von Robert James Fischer - mit diesen Schwerpunkten startet das ChessBase Magazin ins Jahr 2008. Die Topturniere lauten Tal-Memorial, FIDE-Weltcup und das Corus-Turnier. Dabei scheinen zwischen dem erstgenannten Highlight, das im November 2007 in Moskau über die Bühne ging und mit Vladimir Kramnik einen unangefochtenen Sieger feierte, und dem gerade erst beendeten Corus-Turnier in Wijk an Zee Welten zu liegen.

In Wijk wurde vor allem durch den Jungstar Magnus Carlsen bis zuletzt hart um den Turniersieg gekämpft, und am Ende durfte sich der glückliche Norweger mit Levon Aronian den Sieg teilen. Zudem hatte der zuletzt so souveräne Vladimir Kramnik in der zweiten Turnierhälfte einen schweren Stand. Erst musste er gegen Veselin Topalov eine empfindliche Niederlage einstecken und in der Vorschlussrunde unterlag er mit den weißen Steinen auch noch Magnus Carlsen.
Mitten in das Turnier platzte zudem am 17.01.2008 die Nachricht vom Tode Robert James Fischer, der in dieser Ausgabe in Form eines Nachrufs und einer zusätzlichen Partiesammlung gewürdigt wird.

Zwischen Tal-Memorial und Wijk fiel der FIDE-Weltcup, der im russischen Khanty-Mansiysk im K.-o.-Modus ausgetragen wurde. Gata Kamsky hat mit seinem Finalsieg über Alexei Shirov endgültig in die Weltspitze zurückgefunden und darf nun mit dem bevorstehenden WM-Kandidatenfinale gegen Topalov einen erneuten Anlauf auf den Schachthron unternehmen.



Erstmals bieten wir Ihnen auf dieser DVD gleich zwei Übersichten zum Einstieg an. Dr. Karsten Müller stimmt Sie wie gewohnt nicht nur auf einige Leckerbissen wie z.B. die Partien Topalov - Kramnik und Kramnik - Carlsen oder den Eröffnungsüberblick zum "verspäteten" Marshallangriff von Schandorff ein, sondern gibt Ihnen einen Gesamtüberblick über die mannigfaltigen Trainingsinhalte, die Sie in dieser Ausgabe finden. Zudem lässt Großmeister Dorian Rogozenko in zwei Videos mit einer Spielzeit von zusammen über 45 Minuten all das Revue passieren, was die Schachwelt in den vergangenen 2 Monaten beschäftigte (nur in englischer Sprache). Klicken Sie auf die jeweilige Grafik, um das Einleitungsvideo Ihrer Wahl zu starten.

Exemplarisch für Kramniks Erfolge mit der Katalanischen Eröffnung beim Tal-Memorial demonstriert Rogozenko dessen Siege gegen Shirov und Leko, bei denen es dem Exweltmeister gelang, einen minimalen Vorteil durch präzise Endspielführung in den ganzen Punkt umzuwandeln. Gata Kamskys Sieg beim FIDE-Weltcup führt Rogozenko auf dessen überraschend gute Eröffnungsvorbereitung zurück, die seit Kamskys Rückkehr in die Schachwelt bislang eher als Schwäche aufgefallen war. In Khanty-Mansiysk hingegen war der US-Amerikaner seinen Opponenten in der Eröffnung oft eine Nasenlänge voraus. Rogozenko führt als Beispiele hierfür seine Gewinnpartien gegen Avrukh und Ponomariov an und beleuchtet die entscheidenden Momente der zweiten Matchpartie zwischen Kamsky und Shirov.

In seinem zweiten Video würdigt Rogozenko die überragende Leistung von Alexander Morozevich beim Russischen Superfinale im Dezember letzten Jahres. Morozevich gelang es bei diesem traditionell superstark besetzten Turnier mit sechs Gewinnpartien in Folge einen neuen Rekord aufzustellen. Exemplarisch führt Rogozenko Morozevichs Partien gegen Grischuk und Svidler vor und demonstriert, wie es dem späteren Turniersieger gelang, auch in ausgeglichenen Stellungen neue Ressourcen zu finden. Als die größte Überraschung beim Superturnier in Wijk an Zee betrachtet Rogozenko Magnus Carlsens geteilten ersten Platz, den sich der Norweger durch kompromissloses und risikoreiches Spiel erkämpfte. Besonders beeindruckt zeigt sich Rogozenko von der Anzahl von fünf Siegen, die der erst 17-Jährige in diesem absoluten Spitzenturnier erzielen konnte.

Tal-Memorial

Der unangefochtene Star des Tal-Memorials in Moskau im November letzten Jahres war Vladimir Kramnik, der zum Ende des Turniers einsam seine Kreis zog. Zum ausführlichen Turnierbericht mit vielen kommentierten Partien gelangen Sie hier oder über den Link "Tal Memorial" auf der linken Seite. Kramniks Gewinnpartie gegen seinen Landsmann Alekseev aus der 6. Runde nimmt IM Andrew Martin im Video-Format unter die Lupe. Ein Schwerpunkt seiner Analyse ist Kramniks Bauernopfer (6.e4 im Modernen Benoni) und die Frage, welche Fortsetzung der Ex-Weltmeister für den Fall vorbereitet haben mochte, wenn Alekseev den Mehrbauern nicht umgehend wieder abgegeben hätte. Zudem verdeutlicht Martin, mit welch feinsinnigen Zügen es Kramnik gelingt, die Wirkung seiner Figuren nach und nach zu optimieren und schließlich die gegnerische Stellung zum Einsturz zu bringen. Klicken Sie hier oder auf den Link unter dem Brett, um Andrew Martins Videoanalyse zu starten.


Kramnik - Alekseev
Stellung nach 24.¦d1

Jungstar Magnus Carlsen konnte in Moskau hingegen noch keinen durchschlagenden Erfolg verzeichnen und landete am Ende im geschlagenen Feld. Wie die meisten seiner Mitstreiter musste sich der 17-jährige Norweger ungewollt oft mit dem halben Punkt zufrieden geben (Boris Gelfand schaffte es sogar, das gesamte Turnier durchzuremisieren). Für Magnus Carlsen standen bei einer Niederlage gegen Shirov und einem Sieg über Jakovenko am Ende 50% zu Buche.

Seine Gewinnpartie gegen Jakovenko kommentiert Carlsen in dieser Ausgabe. In einer bislang eher seltenen, aber aktuellen Variante des Nimzoinders mit 4.¤f3 betraten die Akteure nach 19 Zügen Neuland. Carlsen räumt in seiner Analyse allerdings ein, dass seine Vorbereitung nicht ganz wasserdicht gewesen sein dürfte und verweist auf seine Partie gegen Cheparinov, die er wenige Wochen später beim Weltcup nur mit Mühe Remis halten konnte. Mit dem überraschenden Zug 22...¥a6 räumt Carlsen das Feld c4 für seinen Springer und bekommt in der Folge bereits das bessere Spiel. In der Diagrammstellung schlug er schließlich in typischem Stile unter Nutzung verschiedener taktischer Motive zu. Klicken Sie auf den Link unter dem Diagramm oder hier, um sich die Partie und ihre taktische Vollendung von Carlsen erklären zu lassen.


Jakovenko,D - Carlsen,M
Stellung nach 32.¦ab1

FIDE-Weltcup

Etwa drei Jahre nach seiner Rückkehr in die Schachwelt feierte Gata Kamsky mit dem Sieg des FIDE-Weltcups in Khanty-Mansiysk den womöglich größten Erfolg seiner bisherigen Schachkarriere. Auf dem Weg ins Finale gegen Alexei Shirov schaltete er u.a. Svidler, Ponomariov und Carlsen aus. Alle Partien des Weltcups sowie einen Turnierbericht finden Sie über den Link in der linken Spalte, viele theoretisch interessante Partien sind von Großmeistern wie Rogozenko, Ftacnik, Marin, Krasenkow u.a. kommentiert worden.

Durchaus erfolgreich verlief der FIDE-Weltcup auch für zwei Spitzenspieler, die schon öfter Partien für ChessBase Magazin analysiert haben: Sergej Karjakin schaffte es bis ins Halbfinale, in dem er im Tiebreak Shirov unterlag. Und Liviu-Dieter Nisipeanu gelang u.a. nach einem Sieg über den Elo-Favoriten Ivanchuk der Einzug ins Achtelfinale - gegen eben jenen Karjakin. Beide haben jeweils zwei ihrer Partien für diese Ausgabe kommentiert.

Im Aufeinandertreffen unserer beiden Kommentatoren kam es zu einem Theorieduell in einer Variante des Najdorf-Sizilianers, die Nisipeanu zuvor erfolgreich gegen Ivanchuk eingesetzt hatte (siehe unten). Karjakin zeigte sich auf die Wahl seines Gegners freilich vorbereitet. In seiner Analyse der Partie deutet Karjakin an, dass der Europameister von 2005 in dieser Partie offenbar zu viel wollte. Auf den ersten Blick sieht das mit einem Bauernopfer einhergehende 16.£h6 (s. Diagramm) zwar gefährlich aus. Wenn Karjakin in seiner Einschätzung aber Recht hat, so kann Schwarz seine Stellung mit ein paar genauen Zügen konsolidieren und zugleich den materiellen Vorteil halten. Ähnliches zeigte auch der Partieverlauf, doch die Entscheidung fiel erst im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern, das Karjakin dank seines aktiven Königs zu seinen Gunsten entscheiden konnte.

Nisipeanu,L - Karjakin,S
Stellung vor 16.£h6

In seinem Viertelfinalmatch gegen Alekseev profitierte Karjakin von einer punktgenauen Vorbereitung. Erst führte er seinen Gegner durch das seltene 14.f4 in der Najdorf-Variante von den Hauptpfaden ab und brachte mit 19.¤f5 eine Neuerung gegenüber der Partie Grischuk-Areschenko (Foros 2006), die rasch zum Remis verflacht war. In dieser Partie hingegen setzte der junge Ukrainer nach dem Abtausch des schwarzen Läufers auf e7 mit einem energischen Angriff auf die anfällige schwarze Königsstellung nach - eingeleitet vom Bauernvorstoß 22.h4, 23.h5 und dem bereits tödlichen 24.h6. So einfach kann Schach sein! Karjakin kommentiert diese überzeugende Angriffspartie ausführlich und führt die taktischen Verwicklungen, die das Schicksal des schwarzen Königs besiegelten, im Detail aus.

Karjakin,S - Alekseev,E
Stellung nach 19.¤f5

Liviu-Dieter Nisipeanu traf in der dritten Runde auf den Elofavoriten im Feld, Vassily Ivanchuk. Für den Rumänen mit teilweise deutschen Wurzeln kein Grund zum Fürchten, denn schon 1999 konnte er den Ukrainer bei der FIDE-WM in Las Vegas aus dem Rennen werfen. Nisipeanu kommentiert die zweite Partie des Tiebreaks, die unter keinen guten Umständen stand - Ivanchuk hatte die erste Partie gewonnen - und keinen guten Anfang nahm - wider Erwarten kam weder Russisch noch Anti-Marshall, sondern die Najdorf-Variante aufs Brett. Nisipeanu neuerte mit dem zweischneidigen 12.a3 und investierte zwei Züge später mit 14.g4 einen Bauern in den Königsangriff. In seiner Analyse räumt Nisipeanu ein, dass seine Angriffsbemühungen vollends im Sande zu verlaufen drohten und beschreibt, wie er geradezu in Panik praktische Gegenchancen suchte. Tatsächlich ließ Ivanchuk ihn in der Diagrammstellung mit dem Opfer ¤xf7 zurück ins Spiel kommen und beging nur wenige Züge später einen weiteren, die Partie entscheidenden Fehler.


Nisipeanu,L - Ivanchuk,V
Stellung vor 26.¤xf7

Vor seinem Match gegen den ukrainischen Superstar musste Nisipeanu hart gegen den jungen Chinesen Zhao Jun kämpfen. Der Chinese hatte mit seinem Sieg über Harikrishna in der ersten Runde für eine der ersten Überraschungen beim Welt-Cup gesorgt. Nisipeanu war also gewarnt und ging mit dem Vorsatz in das Match, seinen Gegner von Anfang an unter Druck zu setzen. Die erste Partie dieses Duells, das Nisipeanu schließlich im Tiebreak gewann, hat der Rumäne kommentiert. In einem Dameninder mit 5.¥g5 und Abtausch des schwarzen Läufers auf c3 bemühten sich beide Akteure zunächst darum, durch Optimierung des Figurenspiels Vorteil zu erreichen. Nisipeanu erläutert in diesem Zusammenhang grundlegende positionelle Aspekte dieses Stellungstyps und scheut nicht vor Selbstkritik gegenüber seiner eigenen Spielanlage zurück. In der Diagrammstellung verschärfte er mit den Figurenopfer 22.¥xe4 das Spiel. In der Folge ließen beide Seiten aufgrund der knappen FIDE-Bedenkzeit mehrmals Fortsetzungen aus, die ernsthafte Gewinnchancen hätten eröffnen können.


Zhao Jun - Nisipeanu,L
Stellung nach 22.¥xe4


Sasikiran - Macieja
Video-Analyse von IM Martin

Eine Überraschungswaffe packte der Europameister von 2002, Bartlomiej Macieja, in seinem Drittrundenmatch mit Schwarz gegen den Inder Krishnan Sasikiran aus. Nach 1.d4 g6 2.c4 ¥g7 3.e4 c5 4.d5 spielte der Pole mit 4...b5 eine Art Wolgavariation. Allerdings ließ sich Sasikiran nicht beirren, nahm das Bauernopfer an und führte die Partie stringent zum Sieg. Andrew Martin erläutert in seiner Videoanalyse, warum er die schwarze Eröffnungswahl für inkorrekt hält - im Gegensatz zum klassischen Wolgagambit, in dem Schwarz mit dem Zug ¤f6 den Vorstoß des weißen Bauern nach e4 zumindest verzögert. Zudem illustriert er typische Motive und Pläne für Weiß gegen das klassische Wolgagambit, die in dieser Partie mustergültig zum Tragen kommen.

Wijk an Zee


Kramnik - Carlsen

Das Turnier der Kategorie 20 bot nicht nur Hochspannung bis zum Schluss, sondern auch eine Reihe von herausragenden Partien. Allen voran Topalovs Sieg über Kramnik mit dem sensationellen Springeropfer auf f7 im populären Anti-Moskauer-Gambit der Halbslawischen Eröffnung. GM Krasenkow hat die Partie Topalov - Kramnik unter die Lupe genommen und Topalovs Neuerung untersucht. Ein weiteres Highlight ist die Partie Kramnik - Carlsen, auf die Karsten Müller bereits in seinem Einleitungsvideo eingegangen ist. Magnus Carlsen analysiert die Partie auf der DVD in Gänze und berichtet auch, an welcher Stelle er Kramniks Remisangebot abgelehnt hat.
Der zweite Co-Sieger von Wijk, Levon Aronian, überzeugte ein ums andere Mal durch gelungene Vorbereitung und konsequente Umsetzung seiner Ideen. Imponierend ist, dass er in Wijk dieselbe Stellung mit Schwarz gegen Boris Gelfand und mit Weiß gegen Loek van Wely gewinnen konnte (s. Diagramm). Rogozenko, der in seinem Einleitungsvideo bereits auf die feinen Unterschiede in Aronians Stellungsbehandlung hingewiesen hat, kommentiert die Partie Aronian-van Wely auf der DVD auch in Schriftform und führt Aronians sehenswerte Gewinnkombination hier im Detail aus.
Auf der DVD finden Sie alle Partien von Wijk an Zee, viele davon sind von Mihail Marin und anderen Großmeistern kommentiert. Ferner können Sie sich in der neuen Kolumne Fritztrainer Aufzeichnungen von Rustam Kasimdhzanov im Videoformat ansehen.


Aronian - van Wely
Stellung vor 15.¦b1

Kasimdhzanovs Neuerung in der Morozevich-Variante


Kasimdzhanov - Predojevic

Welche Bedeutung eine gelungene Vorbereitung auf einen Gegner auf Spitzenniveau hat, verdeutlicht auch Kashimdhzanovs Präsentation seiner Partie gegen den jungen bosnischen GM Borki Predojevic aus der laufenden Bundsligasaison. In der Morozevich-Variante im Slawen (11...g5), die der junge Russe vor acht Jahren gegen keinen geringeren als Kasparov in die Schachtheorie eingeführt hatte, entdeckte Kasimdhzanov eine Schwachstelle seines Gegners. In seiner häuslichen Analyse stieß der sympathische Usbeke auf eine fulminante Neuerung in dieser scharfen Stellung, in der beide Könige stets Schlimmstes befürchten müssen. Genießen Sie diese rasante Partie inklusive eines fantastischen Damenopfers in Kasimdhzanovs Video-Analyse!
Weitere Trainingslektionen und Leckerbissen im Video-Format warten auf Sie in den verschiedenen Rubriken, z.B. in Dr. Karsten Müllers Endspielanalysen, in der Falle von Rainer Knaak oder der Taktikrubrik von Oliver Reeh usw. (siehe die Linkleiste am Anfang dieser Seite).

Daniel King: Move by Move

In Daniel Kings Kolumne ist von einer bestimmten Stelle an jeder Zug einer Seite mit einer Trainingsfrage versehen. Es werden alle plausiblen Antworten berücksichtigt und mit Punkten bzw. einem Feedback gewürdigt. Für CBM 122 hat King die Partie Sedlak – L'Ami, Kreta 2007, ausgesucht.

Oliver Reeh: Taktik

Taktikexperte Oliver Reeh hat 22 Partien mit Trainingsfragen versehen. Außerdem gibt es wieder Reehs Lieblingskombination im Fritztrainerformat, sie hat es in sich.

Peter Wells: Strategie

In seiner Strategie-Kolumne hat sich Peter Wells „Einige Gedanken zur Komplexität des persönlichen Stils" gemacht.

Rainer Knaak: Eröffnungsfalle

Die Kolumne versteht sich als Ergänzung des Produkts „1000 Eröffnungsfallen", neue bzw. bisher unentdeckte Fallen werden hier vorgestellt. Diesmal geht der Autor der Frage nach, warum manche Leute die Partie mit 1.g4 beginnen.

Karsten Müller: Endspiele

Die Endspielkolumne von Karsten Müller enthält zwei Texte. Im ersten hat man den Zugriff auf sechs Endspielvideos im Fritztrainerformat. Der zweite Text ist überschrieben mit „Läufer im Abseits". Es folgen 21 Partien, darunter die Auflösungen der Endspielstellungen von Seite 26.

Telechess

Die Fernschach-Datenbank dieser Ausgabe wurde uns direkt von der ICCF zur Verfügung gestellt. Sie enthält sechs Texte mit Informationen und über 3400 Partien von größtenteils kompletten Turnieren.

Neue DVDs

Bei der Vorstellung neuer Produkte werden auch Videos von den DVDs gezeigt, so präsentiert Alexei Shirov ein Video von seiner DVD über den Sweschnikow-Sizilianer.

Robert Fischer

Anlässlich des Todes von Robert Fischer haben wir eine kleine Datenbank zusammengestellt, die interessantes Material von der CD „Weltmeister Fischer" enthält.

Fritztrainer

Die neue Kolumne enthält weitere Videos im Fritztrainerformat, u.a. ist Material zu sehen, das Rustam Kasimdzhanov live während Wijk aan Zee aufgenommen hat.

Eröffnungs-Übersichten

Schandorff: Caro-Kann B12

1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 ¥f5 4.¤f3 e6 5.¥e2 c5 6.¥e3 £b6 7.¤c3 £xb2

Dieser Bauernraub in der Short-Variante (5.¤f3 und 6.¥e2) sieht riskant aus, aber es hat sich gezeigt, dass Schwarz 8.¤b5 nicht fürchten muss. Schandorff untersucht aber auch 8.£b1! und das sieht die Sache anders aus.

Rogozenko: Sizilianisch, Drachen B70

1.e4 c5 2.¤f3 d6 3.d4 cxd4 4.¤xd4 ¤f6 5.¤c3 g6 6.g3

Wahrscheinlich wird 6.g3 gegen den Drachen ein wenig unterschätzt, deshalb ist die Statistik ganz gut für Weiß. Rogozenko bietet ein Repertoire für Schwarz an, das in allen Abspielen zufriendenstellendes Spiel verspricht.

Ftacnik: Sizilianisch, Najdorf B96

1.e4 c5 2.¤f3 d6 3.d4 cxd4 4.¤xd4 ¤f6 5.¤c3 a6 6.¥g5 e6 7.f4 ¤c6

Der Zug 7…¤c6 gegen die scharfe Variante mit 6.¥g5 und 7.f4 verlangt sofortiges Handeln, sonst hätte Schwarz bequemes Spiel. Weiß muss also 8.e5 oder 8.¤xc6 bxc6 9.e5 spielen – in beiden Fällen hat er Aussichten auf Eröffnungsvorteil.

Hazai/Lukacs: Evans-Gambit C52

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3. ¥c4 ¥c5 4.b4 ¥xb4 5.c3 ¥a5 6.d4 exd4 7.£b3

Mit 6…exd4 holt sich der Nachziehende noch einen zweiten Bauern, die Varianten sind scharf und keineswegs ausanalysiert – also chancenreich für den, der besser vorbereitet ist.

Schandorff: Spanisch C96

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3.¥b5 a6 4.¥a4 ¤f6 5.0-0 ¥e7 6.¦e1 b5 7.¥b3 d6 8.c3 0-0 9.h3 ¤a5 10.¥c2 d5

Dieses 10…d5 einer tausendfach zuvor gespielten Stellung war wohl die Neuerung des Jahres 2007. Die Anfangserfolge für Schwarz waren fantastisch und noch immer sucht Weiß nach einer angemessenen Antwort.

Krasenkow: Grünfeld-Indisch D86

1.d4 ¤f6 2.c4 g6 3.¤c3 d5 4.cxd5 ¤xd5 5.e4 ¤xc3 6.bxc3 ¥g7 7.¥c4 c5 8.¤e2 ¤c6 9.¥e3 cxd4 10.cxd4 £a5+

Die Idee dieser Variante besteht darin, nach 11.¥d2 £d8 sofort wieder Druck auf d4 auszuüben. Krasenkow zeigt, dass dank einiger neuer Züge weder 12.d5 noch 12.¥c3 eine Gefahr für den Nachziehenden darstellt.

Marin: Damenindisch/Katalanisch E15

1.d4 ¤f6 2.c4 e6 3.g3 d5 4.¥g2 ¥b4+ 5.¥d2 ¥e7 6.¤f3 0-0 7.0-0 ¤bd7 8.£c2 c6 9.¦d1 b6 10.b3 ¥a6 11.¥f4

Das eigentliche Thema dieses Beitrags entsteht nach 11…¦c8 12.¤c3 dxc4 13.e4. Schwarz hat dann die Züge 13…¥b4, 13…b5, 13…h6 und 13…£e8, aber der Autor findet jeweils Antworten, die den Anziehenden zufrieden stellen können.

Moskalenko: Nimzo-Indisch E29

1.d4 ¤f6 2.c4 e6 3.¤c3 ¥b4 4.e3 c5 5.a3 ¥xc3+ 6.bxc3 ¤c6 7.¥d3 0-0 8.¤e2 b6 9.e4 ¤e8 10.0-0 ¥a6 11.f4

Die Spielidee unseres Autors ist das Bauernopfer 11…f5 12.e5 ¤a5 13.d5 ¥xc4 14.¥xc4 ¤xc4 15.d6. Vielleicht hat Weiß da objektiv keinen Vorteil, aber in der Praxis wird sich diese Stellung angenehmer für ihn spielen.

Postny: Nimzoindisch E36

1.d4 ¤f6 2.c4 e6 3. ¤c3 ¥b4 4.£c2 d5 5.a3 ¥xc3+ 6.£xc3 c5 7.dxc5 d4

Mit dem bisher noch selten gespielten 6…c5!? wird ein Bauer für Initiative geopfert. Die von Schwarz erzielten Ergebnisse sind gut. Evgeny Postny sieht 8.£g3 ¤c6 9.¤f3 e5 10.b4! als Erfolg versprechend an.

Grivas: Königsindisch E62

1.d4 ¤f6 2.c4 g6 3.¤f3 ¥g7 4.g3 0-0 5.¥g2 d6 6.0-0 ¤c6

Unser griechischer Autor offeriert hier ein Repertoire gegen die Fianchetto-Variante. Seine Hauptidee besteht in 7.¤c3 ¥f5, um dann entweder mit …¤e4 zu vereinfachen oder …£d7 und …¥h3 folgen zu lassen.

Horvath: Königsindisch E70

1.d4 ¤f6 2.c4 g6 3.¤c3 ¥g7 4.e4 d6 5.¥d3 0



Diesen Artikel haben wir am Sonntag, 09. März 2008 in unseren Katalog aufgenommen.
   
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