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ChessBase Magazin 121

Gleich zwei europäische Mannschaftsmeisterschaften bilden den Schwerpunkt dieser neuen Ausgabe von ChessBase Magazin, zum einen die Europameisterschaft der Vereine (in Kemer, Türkei) und zum anderen die erst vor kurzem beendete Mannschafts-EM (in Heraklion). Während bei der Vereinsmeisterschaft auch nicht-europäische Spitzenspieler, darunter der frischgebackene Weltmeister Vishy Anand, mit am Start waren, blieben bei der Länder-EM die Europäer freilich unter sich. Dem Elo-Niveau tat dies jedoch kaum Abbruch, zumal mit Ausnahme von Kramnik und Leko alle europäischen Spitzenspieler ihre Landesfarben vertraten.

 

Den Titel der besten europäischen Vereinsmannschaft sicherte sich das spanische Team Linex Magic Merida, das mit Kamsky, Adams, Rublevsky, Sargissian, Cheparinov und Perez Candelario an den Start ging. Das nominell stärkste Team vom OSC Baden-Baden musste bereits in den Runden 3 und 4 zu viel Boden lassen und landete am Ende auf dem 4. Platz. Shirov, der auf dieser DVD seine Partie gegen Azarov kommentiert, landete mit seiner Mannschaft Ural Sverdlovskaya am Ende knapp geschlagen auf dem zweiten Platz. Radjabov nimmt seine Schwarzpartie gegen Ivanchuk unter die Lupe, zudem hat Movsesian zwei seiner Gewinnpartien kommentiert, und Bologan analysiert seine Begegnung mit Roiz. Alle Partien sowie einen Turnierbericht finden Sie über den Link "Europacup" auf der linken Seite.

Bei der Mannschafts-EM errang Russland sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen den Titel. Vor allem das Männerteam mit Svidler, Morozevich, Grischuk, Alekseev und Jakovenko ließ nichts anbrennen und gab erst in der Schlussrunde gegen Spanien einen Mannschaftspunkt ab. Einer der Stars der spanischen Mannschaft, Vallejo Pons, hat ebenso wie der ukrainische Jungstar Karjakin zwei seiner Partien für diese DVD kommentiert, und auch einer der kleineren Gewinner der EM, Michael Roiz, der mit einer ELO-Performance von 2855 das drittbeste Einzelresultat erreichte, lässt hier zwei Partien von der EM Revue passieren.

Ein ganz neuer Stern auf der großen internationalen Schachbühne ist Ahmed Adly. Adly ist 20 Jahre alt, kommt aus Ägypten und ist der neue Jugendweltmeister U20. Zum ersten Mal in der Schachgeschichte kommt der Jugendweltmeister somit aus einem afrikanischen Land. Für ChessBase Magazin kommentiert der stolze neue Champion zwei seiner Gewinnpartien.

Starten Sie das Einleitungsvideo mit dem Hamburger Großmeister Dr. Karsten Müller und lassen Sie sich auf die neue Ausgabe einstimmen. So bekommen Sie einen komfortablen Überblick über die Highlights und die verschiedenen Trainingsinhalte. Wie wäre es zum Beispiel mal mit Klassischem Königsindisch mit frühem Sh5 (von GM Stohl) oder mit der sogenannten Rio-de-Janeiro-Variante in der Spanischen Eröffnung (von GM Marin)? Das sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!

Europacup

Spitzenspieler haben beim Europacup oft die Qual der Wahl, für welchen Verein sie in den Ring steigen sollen. Vielleicht hätte z.B. Alexei Shirov besser für "seinen" spanischen Verein Merida spielen sollen? Mit seinem persönlichen Resultat (6 aus 7) zeigt sich der gebürtige Lette jedenfalls zufrieden, weniger jedoch mit der objektiven Qualität der Partien. Dafür stimmte in Shirovs Partien aber wieder einmal der Unterhaltungswert, z.B. in der Begegnung mit Sergei Azarov, die Shirov in seinem über 20-minütigen Video analysiert. Um einem drohenden Kurzremis auszuweichen, ließ sich Shirov bei vollem Brett auf das verpflichtende Turmmanöver Te1-e4-g4-g5 ein. Am Ende wurde sein Wagemut einmal mehr belohnt. Klicken Sie auf das Video-Symbol rechts und lassen Sie sich die Partie mit ihren entscheidenden Wendepunkten und kritischen Varianten von Shirov erklären.


Shirov - Azarov


Ivanchuk,V - Radjabov,T
Stellung vor 38.Sxc5

In der Partie Ivanchuk,V - Radjabov,T konnte der Spitzengroßmeister aus Aserbaidschan einmal mehr erfolgreich seinen Königsinder zur Geltung bringen. Dabei gelang es ihm, Vassily Ivanchuk mit der seltenen Fortsetzung 7...Db6 zu überraschen. Allerdings setzte Teimour Radjabov in der Folge mit 13...c5 nicht korrekt fort und erlaubte es seinem Kontrahenten, die Stellung mit d5 und e4 unter Raumgewinn abzuschließen. In der für Weiß vorteilhaften Diagrammstellung opferte Ivanchuk mit Sxc5 seinen Springer - zu früh, wie der weitere Partieverlauf und der junge Aserbaidschaner in seiner Analyse zeigt. Nach dem Opfer kann sich Schwarz durch den Abtausch des Sc8 gegen den weißen Läufer auf f5 Luft verschaffen. In der Partie gelang Radjabov durch Opfer des Bauern e5 und Nutzung der e-Linie am Ende eine durchschlagende Attacke gegen den plötzlich nicht mehr ausreichend geschützten weißen König.

Der in der Bundesliga für den OSC Baden-Baden aktive Sergei Movsesian hat sich im Laufe dieses Jahres in der Weltrangliste wieder in alte Regionen nach oben gearbeitet, u.a. durch seinen Sieg beim Traditionsturnier Bosna Sarajevo. Beim Europacup startete der Armenier für das gleichnamige Team ("Bosna Sarajevo") und konnte seine gute Form bestätigen. Zwei seiner Gewinnpartien aus Kemer - die einen fast verblüffend ähnlichen Verlauf nahmen - kommentiert er auf dieser DVD.


Areshchenko,A - Movsesian,S
Stellung nach 34.De3

In Movsesian,S - Bacrot,E wählte der französische GM in der Schottischen Eröffnung mit 9...0-0 eine seltene Fortsetzung und fand sich rasch in einer sehr unangenehmen Stellung wieder. Das fehlerhafte 17...Ld3? bedeutete den Verlust seines f-Bauern und im höheren Sinne bereits das Ende der Partie. Klicken Sie auf den Link oben und verfolgen Sie, wieSergej Movsesian in der Folge seine Bauernmehrheit in Bewegung setzte und in technisch beeindruckender Weise die Partie zum Sieg führte.

In der Partie Areshchenko,A - Movsesian,S 0-1 gelang es den Kontrahenten in einer Italienischen Partie, bis zum 19. Zug alle Steine auf dem Brett zu behalten. Dann aber machte Movsesian den Anfang und sicherte sich mit Hilfe des feinen Zwischenzugs 21...Lf7 einen - noch dazu zentralen - Mehrbauern. Wie schon in der Partie gegen Bacrot untermauerte Movsesian auch hier durch stringente und klare Spielweise seinen materiellen und positionellen Vorteil und entschied durch den Vormarsch seines e- und f-Bauern nebst Sprengung der weißen Königsstellung die Partie zu seinen Gunsten.

Der moldawische Spitzenspieler Viktor Bologan kommentiert seine Königsindisch-Partie gegen GM Michael Roiz. Gegen den schwarzen Aufbau mit 6...Sc6 versuchte Roiz erst mit der Neuerung 14.Lc5 und anschließend mit Hilfe des zweischneidigen Bauernvorstoßes c5 Dominanz auf den schwarzen Feldern herzustellen. Bologan weist in seiner Partie und seinen Analysen eindrucksvoll nach, wie Schwarz diese Bestrebungen zunächst neutralisieren und schließlich die Schwächung des weißen Bc5 ausnutzen kann.
Alle Partien vom Europacup, teilweise kommentiert von den GMs Boris Avrukh, Mihail Marin, Dorian Rogozenko u.a. sowie einen Turnierbericht finden Sie über den Link Europa-Cup 2007. Niclas Huschenbeth, der in Kemer für den Hamburger Schachklub eine überragende Leistung bot und als titelloser Spieler eine GM-Norm erzielte, hat ebenfalls drei seiner Partien ausführlich kommentiert.


Roiz,M - Bologan,V 0-1
Stellung nach 24...Se8

Mannschafts-EM


Vallejo Pons,F - Naiditsch,A
Stellung nach 16.Ke2

In der Begegnung zwischen Deutschland und Spanien kam es zu der fantastischen Partie Vallejo Pons,F - Naiditsch,A, die Karsten Müller angesichts des Stil beider Akteure in seinem Einleitungsvideo mit den Partien der großen romantischen Schule des 19. Jahrhunderts in Verbindung gebracht hat. Im Zweispringerspiel mit 4.Sg5 und dem scharfen 5...b5 ging es wie in alten Zeiten zur Sache, und nach Arkadij Naiditschs Opfer 9...Lf2+ musste der Spanier sich schon sehr genau verteidigen, um nicht unter die Räder zu kommen. Immerhin verbuchte es Paco Vallejo Pons - so sein Kommentar - während der Partie als einen Teilerfolg, nicht matt gesetzt worden zu sein. Der Zug 16.Ke2 in der Diagrammstellung ist der Beginn einer Königswanderung zum Damenflügel, an deren Anschluss der Spanier mittels Öffnung der h-Linie den Gegenangriff auf den schwarzen König einleiten und schließlich den klaren materiellen Vorteil verwerten konnte.

In der Partie gegen den englischen GM Gawain C. Jones sah Vallejo Pons die Gelegenheit gekommen, im Maroczy-System mit 12.Ld3 einmal ungewohnte Wege zu gehen. Doch der junge Engländer verteidigte sich nicht nur gut, sondern baute mit 16...d5, 17.Sd7, 18...Sc5 eine massive Festung auf den schwarzen Feldern auf und ging wenig später der Stellungswiederholung aus dem Wege. Eine Fehlentscheidung, wie Vallejo Pons in seiner Analyse konstatiert. Statt dessen wählte Jones eine Fortsetzung, die dem Spanier den Vorstoß f4-f5 und Übergang in ein deutlich aktiveres Endspiel ermöglichte und ihm bald entscheidenden Materialgewinn verschaffte.


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Die ukrainische Mannschaft gehörte u.a. aufgrund ihrer Spitzenkräfte Vassily Ivanchuk und Sergey Karjakin zum erweiterten Favoritenkreis bei der EM. Am Ende reichte es "nur" für den 5. Platz. Am ukrainischen Jungstar Karjakin lag das allerdings weniger, der 17-Jährige erzielte insgesamt +2 und zählte mit zu den stärksten Einzelspielern.
In der Partie Karjakin,S - Shirov,A kam es zu einem Theorieduell in der Sizilianischen Sweschnikow-Variante, in dem der Routinier den neuen, aber nach Karjakins Einschätzung fragwürdigen Versuch 15...a5 unternahm. In der Partie gewinnt der Ukrainer u.a. durch den Zug 17.a4 klaren Vorteil. Langfristig legt Weiß damit die Schwächen am schwarzen Damenflügel lahm, zudem spielt der schwarzfeldrige Läufer des Nachziehenden nicht mit. Klicken Sie auf den Partielink oben und spielen Sie diese sehenswerte Partie mit den Anmerkungen Karjakins nach.

Im Aufeinandertreffen mit der französischen Mannschaft sah sich der junge Ukrainer dem amtierenden Europameister Vladislav Tkachiev gegenüber und befand sich bereits nach fünf Zügen im eröffnungstheoretischen Niemandsland. Denn der Franzose hatte in der Anti-Meraner Variante des Damengambits zum unüblichen 5.Ld2 gegriffen. Karjakin ließ sich nicht beirren und strebte rasche Entwicklung nebst Öffnung des Zentrums an. Da Ivanchuk am ersten Brett zu verlieren drohte, ging Karjakin in der Folge hohes Risiko und wurde bei beiderseitiger Zeitnot belohnt. In der Diagrammstellung griff der Franzose mit 26.Sc1 daneben. Sehen Sie, wie Schwarz nun entscheidend in Vorteil geraten kann? Klicken Sie auf den Link unter dem Diagramm, prüfen Sie, ob Sie richtig liegen, und genießen Sie diese Partie mit den Kommentaren Karjakins


Tkachiev,V - Karjakin,S
Stellung nach 26.Sc1

Ein weiteres Mal in der Eröffnung überrascht wurde der Ukrainer in der Partie gegen den israelischen GM Michael Roiz, der bei dieser EM glänzende Form bewies. Roiz kommentiert diese und eine weitere Partie ausführlich auf der DVD. Gegen seinen "jungen aber erfahrenen" Gegner holte Roiz nach mehreren Jahren erstmals wieder die Spanische Breyer-Variante hervor und brachte mit 17...c5 gleich eine in Heimanalyse vorbereitete Neuerung an. Die für diese Variante atypische Idee besteht darin, den Damenflügel mit b5-b4 und a6-a5 abzuschließen. Karjakin unterdes richtete seine Figuren gegen den schwarzen König aus und investierte mit 20.Sf5 einen Springer. Ein völlig korrektes Opfer, wie Roiz in seiner Analyse feststellt, doch nur wenige Züge später unterlief seinem Gegner eine Unachtsamkeit und erlaubte Schwarz, die Koordination seiner Figuren wiederherzustellen und den materiellen Vorteil in den vollen Punkt umzusetzen.

Auch gegen den ungarischen GM Csaba Balogh stimmte seine Vorbereitung. Roiz hatte sich mit dem von Balogh bereits häufiger angewandten Aufbau 1.Sf3 Sf6 2. g3 d5 3. 3.Lg2 e6 4.0-0 Sbd7 beschäftigt und konnte seine vorbereitete Neuerung 9.e4 anbringen. Roiz erläutert in seiner Analyse dieser Partie, dass Schwarz hier bereits ernste Probleme hat. Früher oder später muss der Nachziehende den Vorstoß e4-e5 zulassen. Weiß erhält dadurch die Kontrolle über das Feld c6, das Roiz in der Partie mit seinem mächtigen, fast alle schwarzen Figuren lähmenden Springer einnimmt. Bereits im 20. Zug fiel mit dem sehenswerten Sd8 des Israeli die Entscheidung in dieser Partie. Klicken Sie auf den Link unter dem Diagramm und lassen Sie sich die theoretische Neuerung vom israelischen GM erläutern.


Roiz,M - Balogh,C
Stellung nach 20.Sd8

Van Welywitsch


Ponomariov,R - Van Wely,L
Stellung nach 27...Sd6

Beim Essent-Turnier im holländischen Hoogeven musste sich Loek van Wely's Najdorf Sizilianer einem energisch zur Sache gehenden Ruslan Ponomariov zur Wehr setzen. In der Analyse der Partie räumt der holländische Spitzenspieler ein, dass Schwarz nach dem unangenehmen Zug 20.Lg4 leicht in Nachteil gerät. In der Partie jedoch unterlief Ponomariov kurz Zeit darauf eine Unachtsamkeit, die seinem Gegner durch das mustergültige Bauernopfer 27...Sd6 die Initiative überlässt. "Aaron Nimzowitsch lebt!" lautet van Wely's Kommentar. Nach dem folgenden Abtausch des weißen Turmes auf e4 und Inbesitznahme der e-Linie kann Schwarz seine erdrückende Dominanz auf den schwarzen Feldern ausspielen.

U20-Weltmeisterschaft (Yerevan)


Neuer Jugendweltmeister: Ahmed Adly

Der junge Ägypter Ahmed Adly ist kein gänzlich unbeschriebenes Blatt. Im Jahre 2004 wurde er Ägyptens jüngster Großmeister aller Zeiten und erreichte z.B, beim stark besetzten Open in Reykjavik 2006 den geteilten ersten Platz. Dennoch kommt sein Sieg vor einer Reihe von Spielern mit deutlich höherer Wertungszahl (Stellwagen, Hao Wang, Rodshtein u.a.) als große Überraschung. Als erster Afrikaner in der Schachgeschichte gewann er den Titel des Jugendweltmeisters. "Niemals werde ich meinen historischen Erfolg bei der Jugend-WM vergessen" schreibt Ahmed Adly und berichtet, dass ihm seine Freunde und Trainer vor der letzten Runde gegen Georg Meier angesichts seiner bereits großartigen Leistung zu Zurückhaltung geraten hätten. Doch Adly setzte alles auf eine Karte, gewann diese letzte Partie und wurde mit 10 Punkten aus 13 Partien ungeteilter Erster.

Zwei seiner sehenswerten Gewinnpartien mit Weiß hat der neue Jugendweltmeister auf dieser DVD kommentiert. In Runde 8 entschloss sich Adly, gegen den Tschechen Viktor Laznicka entgegen seiner Gewohnheit mit 1.e4 zu eröffnen, um mit dem Königsindischen Angriff auf Punktejagd zu gehen. In einer scharfen Partie, in der beide Seiten nicht immer die beste Fortsetzung wählten, öffnete der junge Ägypter zunächst das Zentrum und gruppierte anschließend seine Figuren zum Königsflügel um. Mit dem Springeropfer 23.Sf6 leitete er schließlich einen tödlichen Mattangriff ein. Klicken Sie auf den Link unter dem Diagramm, um die Partie mit den Kommentaren und Anregungen des Jugendweltmeisters nachzuspielen.Nicht entgehen lassen sollten Sie sich auch die Partie Adly,A - Melkumyan,H, die der Ägypter ebenfalls in sehenswertem Angriffsstil gewonnen und auf der DVD ausführlich kommentiert hat. Als Eingangskommentar zu dieser Partie finden Sie auch Ahmed Adlys kurzen Rückblick auf die WM.
Die kommentiertenPartien der Jugend-WM finden Sie über Aktuelle Turniere, darunter drei Partien des deutschen Teilnehmers Georg Meier, der mit Platz 5 eine sehr beachtliche Platzierung erreichte.


Adly,A - Laznicka,V
Stellung nach 26.Lf4

Weitere Trainingslektionen und Leckerbissen im Video-Format warten auf Sie in den verschiedenen Rubriken, z.B. in Dr. Karsten Müllers Endspielanalysen, in der Falle von Rainer Knaak oder der Taktikrubrik von Oliver Reeh usw. (siehe die Linkleiste am Anfang dieser Seite). Die Kolumne Neue DVDs bietet Ihnen mit weiteren Videosequenzen im Chess Media Format vorab Einblicke in kommende Trainings-DVDs, darunter Rustam Kasimdhzanovs Dreiteiler "Beating the French Defence".

Daniel King: Move by Move

In Daniel Kings Kolumne ist von einer bestimmten Stelle an jeder Zug einer Seite mit einer Trainingsfrage versehen. Es werden alle plausiblen Antworten berücksichtigt und mit Punkten bzw. einem Feedback gewürdigt. Für CBM 121 hat King die Partie Speelman - Macak, Sunningdale (England) 2007, ausgesucht.

Oliver Reeh: Taktik

Diesmal hat Oliver Reeh ein paar Beispiele unter dem Titel „Tolle Türme“ zusammengestellt und mit Trainingsfragen versehen. Der Löwenanteil stammt vom Europapokal. Außerdem gibt es wieder Reehs Lieblingskombination im Chess Media Format, die mit einem ungewöhnlichen Mattbild endet.

Peter Wells: Strategie

Die Strategie-Kolumne von Peter Wells fällt noch einmal aus, doch für CBM 122 ist ein Beitrag unseres englischen Autors ganz fest eingeplant.

Rainer Knaak: Eröffnungsfalle

Die Kolumne versteht sich als Ergänzung des Produkts „1000 Eröffnungsfallen“, neue bzw. bisher unentdeckte Fallen werden hier vorgestellt. In dieser Ausgabe ist es eine sehr aggressive Falle bei der Schwarz mit den Zügen g6, Lg7 und c5 beginnt, sie ist fast universell anwendbar.

Karsten Müller: Endspiele

Die Endspielkolumne von Karsten Müller enthält drei Texte. Im ersten hat man den Zugriff auf sieben Endspielvideos im Fritztrainerformat (in deutscher Sprache). Der zweite Text enthält einen Test zu Bauernendspielen, sozusagen zum Aufwärmen. Der dritte Text ist überschrieben mit „Abwicklungen in Bauernendspiele“. Es folgen 19 Partien, darunter die Auflösungen der Endspielstellungen von Seite 26.

Telechess

Die beiden argentinischen Fernschachgroßmeister Alvarez und Morgado haben eine Datenbank zusammengestellt, die sieben Texte mit Informationen und über 3000 Partien enthält.

Neue DVDs

Bei der Vorstellung neuer Produkte werden auch Videos von den DVDs gezeigt, so präsentiert Rustam Kasimdzhanov insgesamt drei Französisch-Partien und Alexei Shirov kommt mit je einer Spanisch- und Grünfeld-Indisch-Partie zu Wort.

Eröffnungs-Übersichten

Grivas: Englische Eröffnung A26

1.c4 e5 2.¤c3 ¤c6 3.¤f3 ¤f6 4.g3 g6 5.¥g2 ¥g7 6.0-0 0-0 7.d3 d6

Der Autor offeriert ein Repertoire für Schwarz in dieser wichtigen Variante der Englischen Eröffnung. In der Hauptvariante 8.¦b1 a5 9.a3 basiert es auf dem Zug 9…¤d4, der zu völlig zufriedenstellendem Spiel führt.

Langrock: Englische Verteidigung A40

1.d4 e6 2.c4 b6 3.a3

Diese Übersicht beschäftigt sich mit den beiden Nebenvarianten 3…g6 und 3…¤f6 4.¤c3 ¥b7 5.d5. Beide führen zu originellen Stellungen, in denen aber Weiß bei genauem Spiel ein kleines Plus erzielen sollte.

Moskalenko: Holländisch Stonewall A85 u.a.

1.d4 f5 2.c4 e6

Hier werden Varianten untersucht, in denen Weiß entweder ganz ohne 1.d4 auskommt oder kein Fianchetto spielt. Moskalenko hat wieder eine Übersicht auf der Basis von zu 100% eigenen Partien zusammengestellt.

Rogozenko: Sizilianisch Sweschnikow B33

1.e4 c5 2.¤f3 ¤c6 3.d4 cxd4 4.¤xd4 ¤f6 5.¤c3 e5 6.¤db5 d6 7.¥g5 a6 8.¤a3 b5 9.¤d5 ¥e7 10.¥xf6 ¥xf6 11.c4

Der weiße Spielplan mit 11.c4 ist laut Rogozenko leicht zu erlernen und hat nach seiner Meinung zu einem Rückgang der Beliebtheit der Sweschnikow-Variante geführt. Dass Weiß risikolos um Vorteil kämpfen kann, ist für Schwarz nicht angenehm.

Ftacnik: Sizilianisch Najdorf B99

1.e4 c5 2.¤f3 d6 3.d4 cxd4 4.¤xd4 ¤f6 5.¤c3 a6 6.¥g5 e6 7.f4 ¥e7 8.£f3 £c7 9.0-0-0 ¤bd7 10.g4

Wie es aussieht, steht Schwarz auch in dieser Hauptvariante des Najdorf-Systems ein wenig unter Druck. Manche Abspiele sind äußerst scharf und sehr tief untersucht.

Marin: Spanisch Rio-de-Janeiro-Variante C67

1.e4 e5 2.¤f3 ¤c6 3.¥b5 ¤f6 4.0-0 ¤xe4 5.d4 ¥e7 6.£e2 ¤d6 7.¥xc6 bxc6 8.dxe5 ¤b7

Der Autor kommt in seinen Untersuchungen zu dem Urteil, dass die Rio-de-Janeiro-Variante viel besser spielbar ist, als es ihr Ruf vermuten lässt. Sie stellt somit eine gute Alternative zur Berliner Verteidigung 5…¤d6 dar.

Schandorff: Damengambit Ragosin D38

1.d4 d5 2.c4 e6 3.¤f3 ¤f6 4.¤c3 ¥b4 5.cxd5 exd5 6.¥g5 ¤bd7 7.e3 c5 8.¥d3 £a5 9.£c2 c4 10.¥f5 0-0 11.0-0 ¦e8 12.¤d2 g6 13.¥h3

Es geht hier um den alten Zug 6…¤bd7, der relativ forciert zur Diagrammstellung führt. Aus theoretischer Sicht sollte Weiß wohl einen Vorteil erlangen, aber in der Praxis ist dies nicht so einfach zu realisieren.

Krasenkow: Grünfeld-Indisch D70

1.d4 ¤f6 2.c4 g6 3.f3 d5 4.cxd5 ¤xd5 5.e4 ¤b6 6.¤c3 ¥g7 7.¥e3 0-0

Der Autor untersucht hier aus schwarzer Sicht die wichtigsten Varianten nach 3.f3, so dass diese Übersicht ein Repertoire für den Nachziehenden darstellt. Laut Krasenkow braucht Schwarz diesen Aufbau nicht zu fürchten.

Marin: Damenindisch/Katalanisch E15

1.d4 ¤f6 2.c4 e6 3.g3 d5 4.¥g2 ¥b4+ 5.¥d2 ¥e7 6.¤f3 0-0 7.0-0 c6 8.£c2 ¤bd7 9.¦d1 b6 10.b3 ¥a6 11.a4

Das Thema dieser eher Katalanisch zuzuordnenden Variante ist die Läuferstellung auf d2. Mit dem Spiel am Damenflügel behauptet Weiß laut Marin die besseren Chancen, so dass sich das Manöver mit …¥b4+ und dann …¥e7 als gar nicht so effektiv erweist.

Postny: Damenindisch E15

1.d4 ¤f6 2.c4 e6 3.¤f3 b6 4.g3 ¥a6 5.b3 ¥b7 6.¥g2 ¥b4+ 7.¥d2 c5

Auch hier handelt es sich um einen Mix von zwei Eröffnungen: …¥b4+ ist typisch Bogoindisch. Gegen diese Variante, von Grischuk bei der WM in Mexiko gegen Gelfand gespielt, hat es Weiß nicht leicht, einen Vorteil zu erzielen.

Rogozenko: Nimzoindisch E30

1.d4 ¤f6 2.c4 c6 3.¤c3 ¥b4 4.¥g5 c5 5.d5 exd5 6.cxd5 d6

Hier wird vom Autor ein Repertoire für Schwarz vorgestellt, das auf einfache Art und Weise mindestens ausgeglichenes Spiel garantieren soll. Für Weiß ist somit 4.¥g5 kaum noch attraktiv.

Stohl: Königsindisch E94

1.d4 ¤f6 2.c4 g6 3.¤c3 ¥g7 4.e4 d6 5.¤f3 0-0 6.¥e2 e5 7.0-0 ¤h5

Mit dem Springerzug nach h5 hat Schwarz gleich drei Ideen im Sinn: Druck auf d4, schnelles f7-f5 und ¤h5-f4, um sich das Läuferpaar zu sichern. Noch immer kann man auch seinen Gegner damit überraschen.



Diesen Artikel haben wir am Montag, 17. Dezember 2007 in unseren Katalog aufgenommen.
   
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